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Innovationsallianz für die deutsche Industrie

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Innovationsallianz für die deutsche Industrie

Das moderne Deutschland der Zukunft hat seine industrielle Basis nicht nur gehalten, sondern ausgebaut. Deutschlands Industrie ist gerade deswegen so erfolgreich, weil die fortschreitende Digitalisierung in der Fertigung gemeinsam von den Sozialpartnern gestaltet wird. Eine stärkere Mitbestimmung hat sich erneut als Standortvorteil erwiesen. So ist es sogar gelungen, Produktion aus dem Ausland zurück nach Deutschland zu holen. Das wirtschaftliche Wachstum kommt bei allen an. Es hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass Vielfalt in Arbeitsteams ein wesentlicher Beitrag für mehr Erfolg ist. Dazu gehört auch, dass bislang männerdominierte Berufsfelder stärker auch von Frauen besetzt werden. Unternehmen aller Größenklassen und Branchen sind in ihrer Innovationskraft gestärkt. Sie entwickeln nicht nur ihre Produkte und Dienstleistungen weiter, sondern haben längst auch neue Geschäftsmodelle im Blick. Deutschland ist ein Gründerland, in dem Mut und Kreativität geschätzt werden und Scheitern als Chance und nicht als Stigma begriffen wird. Junge Unternehmen können wachsen und entfalten ihre Potenziale nicht nur in den Metropolregionen, sondern auch in den ländlichen Räumen. Die Energiewende als Innovationsprojekt ist genauso anerkannt wie die Bedeutung der erneuerbaren Energien als wachstumsstarke Industriebranche. Eine stetig wachsende Zahl von Autos in Deutschland ist weitestgehend CO2-neutral unterwegs. Deutschland ist Exportweltmeister in Umwelttechnologien und leistet auch auf diesem Wege einen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz. Zudem wird Deutschland zu einem immer größeren Teil mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Auch die Regionen, die einen Strukturwandel erfahren, haben tragfähige Perspektiven für ihre wirtschaftliche und soziale Zukunft.

Wo wir heute stehen:

Das Gütesiegel „Made in Germany“ steht für alles, was die Wirtschaft dieses Landes ausmacht: Ideen, Innovationen und Qualität. So wurden die Industrie und die mit ihr verbundenen Dienstleistungen zu einem Fundament für Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Allerdings stehen wir nun vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Es gibt keine Garantien für die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit von bislang erfolgreichen Produkten. Die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle, Prozesse, Produkte und Dienstleistungen sowie die Anforderungen an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In dieser Situation brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Anstrengungen für Innovationen. Sie eröffnen Chancen für neue Geschäftsfelder und Arbeitsplätze.

Da ist es ein fatales Zeichen, wenn unsere Innovatorenquote, also der Anteil der Unternehmen, die in den letzten drei Jahren Innovationen hervorgebracht haben, heute bei 35 Prozent liegt, während der Wert in den 1990er Jahren noch bei 50 Prozent lag, oder wenn der Anteil von Investitionen in Forschung und Entwicklung bei uns 2,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt beträgt, während Länder wie Korea und vergleichbare Industriestaaten auf einen Anteil von 3 bis 4 Prozent kommen.

So werden wir unser Land modernisieren und zukunftsfest machen:

In Innovationen investieren: Freiräume schaffen, Ideen fördern

Wir wollen bis 2025 die gesamtwirtschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen. Um das zu erreichen, werden wir endlich eine steuerliche Förderung für Forschung und Entwicklung für den Mittelstand einführen und sie mit direkter Innovations- und Projektförderung kombinieren. Die Mittel für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand, die Industrielle Gemeinschaftsforschung und das Innovationsprogramm für strukturschwache Regionen werden wir aufstocken. Wir werden einen Digitalisierungsfonds auflegen. Dieser soll vor allem den Aufbau einer flächendecken Gigabit-Infrastruktur ermöglichen, insbesondere in Glasfaser und 5G. Mit dem Digitalisierungsfonds wollen wir aber auch andere wichtige digitale Investitionsvorhaben vor allem dort anstoßen, wo private Investitionen nicht in ausreichendem Maße getätigt werden. Hierfür werden wir einen Teil der Haushaltsüberschüsse des Bundes in ein Sondervermögen überführen. Dies soll gerade Mittelstand und Handwerk zugutekommen, die wir auch durch verbesserte Abschreibungsbedingungen bei Digitalinvestitionen unterstützen wollen. Startups als Treiber von Innovationen und Mittelstand von morgen wollen wir fördern. Dazu braucht es vor allem mehr Geld für die Wachstumsphase junger, kreativer Unternehmen. Wir wollen bis 2020 ein jährliches Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro Wagniskapital erreichen, um die Zahl der Gründungen zu erhöhen und eine ausreichende und über alle Phasen der Unternehmensentwicklung reichende Finanzierung zu sichern. Die Gründungskultur an Hochschulen soll durch den Aufbau von Gründerzentren gestärkt werden. Wir wollen innovationsfreundliche neue Gesetze und Verordnungen („Innovationscheck“), die die Wirtschaft weiter von unnötiger Bürokratie befreien, und durch die Digitalisierung der Verwaltung Behördengänge verschlanken und vereinfachen.

Innovationsallianz für die deutsche Industrie

Wir brauchen eine aktive Industriepolitik, die Innovationen fördert und Industrie 4.0 sowie die digitale Transformation in den industrienahen Dienstleistungen unterstützt und begleitet. Diese Industriepolitik muss an die bestehenden Stärken des Standortes und der Regionen anknüpfen. Dazu gehört auch die Verständigung über Leittechnologien und Leitprodukte für die Industrie des 21. Jahrhunderts. Wir werden im Wettbewerb gegenüber den USA und China nur bestehen, wenn alle wichtigen Basistechnologien in Deutschland und Europa erforscht, entwickelt und angewendet werden, das gilt natürlich besonders für digitale Technologien. Wir werden die Digitalisierung in der deutschen Industrie unterstützen, wollen Industrie 4.0 aber auch im Mittelstand verankern. Die Plattform „Industrie 4.0“ werden wir fortsetzen, gerade auch im Hinblick auf das Setzen gemeinsamer Standards und die Entwicklung von intelligenten Dienstleistungen („Smart Services“). Zu den Industrien der Zukunft gehören die Mikroelektronik, Cybersicherheit, Hochleistungsrechner, künstliche Intelligenz und die Biotechnologie. Dazu werden wir Cluster aufbauen und mit öffentlichen Mitteln fördern. Um die erfolgreichen deutschen Grundstoffindustrien zukunftsfest zu machen, werden wir ein Bundesprogramm zur Dekarbonisierung von Industrieprozessen auflegen, das eine stärkere öffentliche Förderung von Forschung und Entwicklung der weitestgehend CO2-freien Produktion in den Bereichen Eisen- und Stahlproduktion, Nichteisenmetallverarbeitung, chemischer Industrie sowie Kalk- und Zementproduktion unterstützen soll.

Die Zukunft der Automobilindustrie sichern

Wir werden eine Plattform „Zukunft der Automobilindustrie“ einrichten, an der Autobauer, Gewerkschaften, Verbände und die Bundesländer mit Produktionsstandorten beteiligt werden. Gemeinsam soll ein Aktionsprogramm entwickelt werden, das Maßnahmen für die Zukunftsaufgaben der alternativen Antriebe und des autonomen Fahrens beinhaltet. Der Erhalt von guten, tarifgebunden Arbeitsplätzen bei den Herstellern und Zulieferern ist bei diesem Strukturwandel ein maßgebliches Ziel. Wir werden uns auf EU-Ebene für eine ambitionierte, aber realistische Weiterentwicklung der CO2-Flottenregulierung für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge für die Zeit nach 2020 einsetzen und die ordnungsrechtlichen Bedingungen für den Einsatz von synthetischen, klimaneutralen Kraftstoffen in Verbrennungsmotoren schaffen. Wir müssen in Deutschland und Europa den Aufbau einer eigenen Batteriezellproduktion unterstützen, da bei Elektrofahrzeugen gerade hier ein großer Teil der Wertschöpfung stattfindet. Batteriezellen werden zudem für viele neue Technologien – neben der Elektromobilität zum Beispiel auch für die Robotik – benötigt. Daher braucht dieses wichtige Handlungsfeld eine entschlossene Industriepolitik und mehr Spielräume zur Förderung seitens der öffentlichen Hand. Wir streben an, dass die Batteriezellfertigung zu einem zentralen Projekt europäischer Wirtschaftspolitik wird, am besten in Form eines sogenannten Important Project of Common European Interest (IPCEI). Wir erwarten von der Europäischen Kommission Unterstützung bei unserem Vorhaben, europäische Champions im Bereich Batteriezellen aufzubauen.

Klimaschutz und Energiewende als Wachstumsmotor

Gerade wenn wir unsere industrielle Basis erhalten wollen, wenn wir Innovation und technologisches Know-how weiterentwickeln und produzieren wollen, dann geht das Hand in Hand mit einer ambitionierten Klimaschutzpolitik – national und weltweit. Dazu gehört auch die konsequente Umsetzung der Energiewende. Der nächste Schritt ist es, die Wärmeversorgung und den Verkehr stärker mit erneuerbaren Energien zu koppeln. Speicher und andere Technologien für diese sogenannte „Sektorenkopplung“ wollen wir gezielt durch technologieoffene gesetzliche Rahmenbedingungen sowie durch Forschungs- und Entwicklungsprogramme voranbringen. Wir werden darauf achten, dass die Chancen und Belastungen von Energiewende und Klimaschutzanstrengungen sozial gerecht verteilt werden. Gerade die vom Strukturwandel in der Energiewirtschaft betroffenen Regionen werden wir mit Bundesmitteln unterstützen, um neue wirtschaftliche Strukturen zu entwickeln und neue industrielle Arbeitsplätze zu schaffen.

Das moderne Deutschland. Der Zukunftsplan zum Download