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Über mich

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Foto: Martin Schulz steht als kleines Kind an einer Mauer

1955 Hier komme ich her

Ich bin im Dreiländereck in der Nähe von Aachen aufgewachsen. Bis heute wohne ich dort. Neben meinem Geburtshaus gab es damals noch eine Braunkohlengrube. Hier lebte ich mit meinem Vater, der als Polizist arbeitete, und meiner Mutter, die sich um uns fünf Kinder kümmerte. Die Nähe zu Belgien und den Niederlanden hat mich sehr geprägt.

Foto: Martin Schulz als Kind (auf der Schultern sitzend) mit seiner Familie
privat

Ich wuchs mit vier Geschwistern auf. Hier sitze ich auf den Schultern meines großen Bruders.

Zum Glück muss ich heute, wenn ich im Grenzgebiet nah meiner Heimat spazieren gehe, keine drei Währungen mehr dabeihaben und mich am Schlagbaum kontrollieren lassen.

Foto: Martin Schulz steht mit einer Schultüte in der Hand an einer Hauswand

Ein politisches Elternhaus

Bei uns zu Hause haben wir ständig diskutiert, viel über Politik. Mein Vater war eher Sozialdemokrat, meine Mutter hatte den CDU-Ortsverein mitgegründet. Es war nicht leicht, sich als Jüngster gegen sie und meine vier Geschwister durchzusetzen. Deswegen musste ich früh lernen, wie man schlagfertig ist, wie man argumentiert und auch Allianzen schmiedet. Mein Elternhaus hat mir Politik zugänglich gemacht. Dazu bewogen, später selbst Politik zu machen, hat mich der Zeitgeist der Ära Brandt.

Foto: Martin Schulz (Mitte) diskutiert als junger Mann mit zwei anderen Jusos
privat

Bereits als Jugendlicher hatte ich großen Spaß an politischen Diskussionen.

1969 Aufbruch

Mit Willy Brandt veränderte sich unser Land. Wir konnten es alle spüren. Während Deutschland anfing, seine jüngere Geschichte aufzuarbeiten, war da dieser neue Bundeskanzler, der selbst unter den Nazis gelitten und sich am Widerstand beteiligt hatte. Willy Brandt stand über dem Muff und Mief, den noch die Adenauer-Zeit ausgestrahlt hatte. Er wollte Deutschland reformieren und zukunftsfest machen, „mehr Demokratie wagen“ und dass wir „ein Volk der guten Nachbarn [sind] und werden im Inneren und nach außen.“ Mich hat das berührt, beeindruckt und mitgerissen.

Bundeskanzler Willy Brandt kniet am 7. Dezember 1970 vor dem Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto in Warschau, das den Helden des Ghetto-Aufstandes vom April 1943 gewidmet ist
dpa

Das Bild ging um die Welt: Willy Brandt kniet 1970 vor dem Mahnmal für die Opfer des Ghetto-Aufstands in Warschau.

Als Willy Brandt in Warschau niederkniete, blieb die Zeit kurz stehen. Und in mir wuchs die Gewissheit: Die Partei eines solchen Mannes muss auch meine Partei werden. Mit 19 trat ich in die SPD ein.

1966 bis 1974 Meine Kindheit

Ich war immer ein Typ, der diskutieren wollte und sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengab. Meine Lehrer auf dem katholischen Gymnasium waren hingegen vom alten Schlag. Ich lernte immer gern, aber eben lieber praktisch, zum Beispiel indem ich per Anhalter ins benachbarte Belgien fuhr und mit den Leuten dort französisch redete. Die Grammatik nach trockenem Schema auswendig zu lernen lag mir nicht. Gleichzeitig träumte ich davon, Fußballprofi zu werden. Ich spielte in einer sehr erfolgreichen Jugendmannschaft, hätte den Sprung zu den Profis aber wahrscheinlich nie geschafft. Wahrhaben wollte ich das als Jugendlicher nicht. Ich rebellierte und schwänzte die Schule. So gelang es mir irgendwann nicht mehr, die Jahre erfolgreich abzuschließen. In der elften Klasse war es dann zu Ende: Ich ging zwar mit mittlerer Reife, aber ohne Abitur von der Schule.

Foto: Martin Schulz mit seiner Fussballmannschaft in Würselen
privat

Bei der SV Rhenania habe ich (hinten, 2.v. re.) Fußball gespielt. Linker Verteidiger.

Foto: Martin Schulz im Gespräch mit Jugendfreunden
Benno Kraehahn

Noch heute treffe ich mich mit meinen Kumpels von früher.

Unser Schulsystem muss jedes Kind mitnehmen und Chancen eröffnen, nicht Wege versperren.

Foto: Martin Schulz als junger Mann

1975 Ausbildung

Unser Schuldirektor vermittelte mir eine Ausbildungsstelle bei einer Aachener Buchhandlung. Für mich war das ein echter Glücksfall: Ich war schon immer ein Bücherwurm gewesen und die Ausbildung zum Buchhändler war damals ein wahres Studium generale. Wir wurden zu wandelnden Klappentexten von tausenden von Werken. Studiert habe ich nicht, aber was ich in der Ausbildung lernte, war eine solide Basis für mein späteres Leben. Nicht jeder, der sich aus purem Starrsinn vom regulären Bildungsweg verabschiedet, bekommt so eine Chance. Ich habe sie bekommen und bin heute noch dankbar dafür.

Berufliche und akademische Bildung verdienen denselben Stellenwert.

1982 Was es hieß einen eigenen Laden aufzumachen

Als ein Freund von mir ein Haus mit Ladenlokal erbte, bot sich mir die Möglichkeit, dort ein Geschäft einzurichten. Eine eigene Buchhandlung aufzumachen, war für mich ein Traum. Aber auch ein enormes Risiko, denn ich musste 80.000 Mark Schulden aufnehmen, um mir diesen Traum zu verwirklichen. Die ersten Jahre arbeitete ich nur für die Bank. Viele Nächte lag ich wach, wenn es nicht richtig lief. Trotzdem war es für mich das Größte, mein eigener Chef zu sein. Ich liebte die Freiheit.

Ein eigenes Unternehmen zu gründen und zu führen, hat mich viel gelehrt. Ich habe deshalb großen Respekt vor all den mutigen Gründerinnen und Gründern, die sich entscheiden den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.

1984 Politik aus der Bürgerperspektive

Als jüngster Stadtverordneter zog ich 1984 ins Stadtparlament von Würselen ein. Ich startete ein Projekt, das jungen Leute ohne Job und Schulabschluss Arbeit und die Möglichkeit gab, den Abschluss nachzuholen. Das Konzept war erfolgreich, darauf bin ich wirklich stolz.


Auch privat war das eine Zeit voller erfreulicher Neuanfänge. Ich lernte meine Frau Inge kennen. Später bekamen wir einen Sohn und eine Tochter. Für uns haben wir ausgemacht, dass Privates privat bleibt. Das ist meiner Familie und mir sehr wichtig.

Foto: Inge und Martin Schulz
dpa

Meine Frau Inge. Seit über 30 Jahren der wichtigste Mensch in meinem Leben.

Foto: Martin Schulz als Bürgermeister der Stadt Würselen

1987 Der jüngste Bürgermeister Nordrhein-Westfalens

Mit 31 wurde ich in meiner Heimatstadt Würselen der jüngste Bürgermeister Nordrhein-Westfalens. Eines der ersten Projekte, das ich anpackte, war mehr Kindergartenplätze zu schaffen. Fortwährend beschäftigte mich auch der Strukturwandel: Würselen und die Region waren massiv davon betroffen, dass der Kohlebergbau zurückging. Viele verloren ihre Arbeit. Ich sorgte dafür, dass sich die Bergleute weiterqualifizieren konnten um neue Jobs zu finden. Ein großer Erfolg war auch das „Aachener Kreuz“ – ein neues Gewerbegebiet, das zwischen Aachen und Würselen entstand. Hier entstanden tausende neue Arbeitsplätze, die vielen Bergleuten wieder eine Stelle und Perspektive gaben.

Foto: Martin Schulz wird am 31. März 1987 die Amtskette als Bürgermeister von Würselen überreicht
Pressestelle Stadt Würselen

Mit 31 wurde ich der jüngste Bürgermeister in NRW.

Als Bürgermeister weiß man, was beim Arbeitsamt, der Polizei, in den Schulen und Altenheimen, bei den Mittelständlern, in den Vereinen, der Kulturszene und bei der Feuerwehr los ist. Alle Probleme landen am Ende im Rathaus.

Foto: Der spanische König Felipe (l-r), der französische Staatspräsident Francois Hollande, der Präsident des EU-Parlamentes, Martin Schulz, Sänger Peter Maffay und Bundespräsident Joachim Gauck stehen am 14.05.2015 in Aachen nach der Verleihung des Karlspreises zusammen.

1994 Mein Europa

1994 verkaufte ich meine Buchhandlung an meine Mitarbeiterin, die den Laden heute noch erfolgreich führt. Ich zog als Abgeordneter ins EU-Parlament ein. Hier war ich für die Sozialdemokraten zuerst für Menschenrechte und später für Innenpolitik zuständig. Zehn Jahre später wählten sie mich zu ihrem Fraktionsvorsitzenden.


privat

1994 kam ich als Abgeordneter nach Brüssel.

Foto: Martin Schulz im Gespräch mit dem Dalai Lama (2008)
European Union 2008 - EP

Im Gespräch mit dem Dalai Lama.

Für mich ist die Europäische Union die größte zivilisatorische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. Ein Projekt des Friedens und des Wohlstands, das die richtige Antwort auf die schrecklichen Weltkriege war.

2012 Europa besser machen

Mit großer Mehrheit wurde ich im Januar 2012 zum Präsidenten des EU-Parlaments gewählt. Einer meiner größten Erfolge in diesem Amt war, die Rolle des Parlaments zu stärken. Es ist das einzige Organ in der EU mit direkt gewählten Vertreterinnen und Vertretern. Deswegen darf es nicht sein, dass die Staats- und Regierungschefs ohne das EU-Parlament verhandeln und entscheiden. Ich habe das Parlament an die entscheidenden Verhandlungstische gebracht. Darauf bin ich stolz.


Trotzdem allem hat die EU noch immer viele Fehler, klar. Aber wir dürfen deswegen nicht alles hinschmeißen, sondern müssen Europa besser machen. Als Parlamentspräsident daran zu arbeiten, war eine der größten Ehren meines Lebens.

Foto: Martin Schulz im Gespräch mit Kanadas Premierminister Justin Trudeau,
The European Parliament

Treffen mit Kanadas Premier Justin Trudeau.

Foto: Martin Schulz im Gespräch mit Papst Franziskus
The European Parliament

Im Gespräch mit Papst Franziskus.

Mein Anspruch ist, mit jeder Idee, jeder Forderung und jedem Gesetz das Leben der Menschen ein Stück besser zu machen.

Foto: Martin Schulz schaut im Flugzeug sitzend aus dem Fenster

2017 Zeit für mehr Gerechtigkeit

2017 trete ich an, Bundeskanzler unseres Landes zu werden. Ich bin zunächst durch die ganze Republik gereist. Denn ich wollte den Menschen in unserem Land zuhören und mein Wahlprogramm auf ihren Geschichten aufbauen. Mein Ziel ist es, ihr Leben spürbar besser zu machen. Viele haben mir auf meinen Reisen davon erzählt, dass es wieder gerechter zugehen muss und dass wir wieder mehr Respekt brauchen. Viele haben mir gesagt, dass wir Europa besser machen und endlich wieder in Deutschland investieren müssen. Dafür trete ich am 24. September an.

Foto: Martin Schulz im Gespräch mit einer jungen Familie
Benno Kraehahn

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